Bei Hauskauf Zinssatz und Zahlungsdauer beachten
Berlin (dpa/gms) - Die eigenen vier Wände sind der Traum vieler Mieter. Immobilienpreise von mehreren hunderttausend Euro in begehrten Lagen scheinen jedoch gerade für Familien unerschwinglich.
Berlin (dpa/gms) - Die eigenen vier Wände sind der Traum vieler Mieter. Immobilienpreise von mehreren hunderttausend Euro in begehrten Lagen scheinen jedoch gerade für Familien unerschwinglich.
Doch bei einer klugen Abwägung zwischen möglichst viel Wunschhaus und möglichst wenig Belastung muss ein Eigenheim keine Illusion sein. Und die Experten sind sich einig: Kaufen ist billiger als Bauen.
«Gebrauchtimmobilien sind im Schnitt 20 Prozent günstiger als Neubauten», sagt Stefan Jokl vom Institut für Städtebau, Wohnwirtschaft und Bausparwesen in Berlin. Die Landesbausparkassen haben sogar 30 Prozent Differenz errechnet: So fanden im vergangenen Jahr gebrauchte Ein- und Zweifamilienhäuser im Durchschnitt für 148 000 Euro einen Käufer, neue Eigenheime kosteten 211 000 Euro. Selbst bei Modernisierungen bleibe in der Regel ein Preisvorteil.
Ohne Eigenkapital geht zwar nichts - doch dessen Anteil wird oft überschätzt. «Dass jemand 20 Prozent angespart hat, ist selten», sagt Arno Gottschalk von der Verbraucherzentrale Bremen. Auch mit 10 Prozent sei eine Finanzierung meist noch tragfähig.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten an das restliche Geld zu kommen. «Die Grundfrage ist: Was kann ich tragen?», sagt Gottschalk. Eine zweite Frage laute: «Seid ihr karrieremäßig so weit, dass ihr euch auf Jahrzehnte festlegen könnt?» Wer hier mit «Ja» antwortet, hat eine Reihe von Finanzierungsmöglichkeiten.
Ein klassischer Weg ist der Bausparvertrag: Dabei leisten die Bausparer bis zu sieben Jahre monatliche Einzahlungen und sparen einen bestimmten Betrag an. Nach Zuteilung des Bausparvertrages erhalten sie die Bausparsumme, bestehend aus dem angesparten Guthaben und einem Bauspardarlehen. Der Haken sei, dass man das Darlehen schnell tilgen muss, meist innerhalb von acht bis elf Jahren, sagt Gottschalk. «Meine Empfehlung ist: Wenn Bausparvertrag, dann einen, der bei Verzicht auf das Darlehen zu einer höheren rückwirkenden Verzinsung des Guthabens führt.»
Ein anderer Weg ist ein Hypothekendarlehen bei einer Bank. Für sie gilt nach Angaben der Stiftung Warentest in Berlin: Die Kreditrate sollte möglichst hoch sein, damit das Darlehen schnell getilgt wird und am Ende der Zinsbindungsfrist nicht viel Restschuld bleibt.
Andererseits müsse eine Rate so niedrig sein, dass sie jederzeit bezahlbar bleibt, so die Warentester. Wer bei der Zahlung in Verzug gerate, dem drohen die Kündigung des Darlehens und deutlich steigende Kosten. Um sich abzusichern, könnten flexible Baukredite helfen, die eine Möglichkeit bieten, trotz Festzins die Kreditrate einige Male zu ändern. Sie seien kaum teurer als normales Baugeld.
Als dritte Möglichkeit bleiben staatlich geförderte Kredite. Die meisten werden von der KfW-Förderbank in Frankfurt ausgezahlt. Die Förderhöchstmenge liege beim Wohneigentumsprogramm bei 100 000 Euro und darf 30 Prozent der Gesamtfinanzierung nicht überschreiten, sagt KfW-Sprecherin Charis Pöthig. Die effektiven Jahreszinsen lagen im Juli für ein Darlehen mit 30 Jahren Laufzeit, 10 Jahren Zinsbindungsfrist und 5 tilgungsfreien Anlaufjahren bei 4,84 Prozent. Beantragt und abgewickelt werden die Darlehen über die Hausbank.
Der Vorteil ist laut Pöthig, dass sich die Wohneigentumsförderung beliebig mit KfW-Modernisierungsprogrammen und mit speziellen Förderprogrammen der Bundesländer kombinieren lässt. Ohnehin ist die Kombination verschiedener Geldquellen der übliche Weg zum Eigenheim.
Informationen: Info-Center der KfW-Bank (Tel.: 01801/33 55 77).
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