Geldgeschenke unter dem Weihnachtsbaum
Stuttgart/Hamburg (dpa/gms) - Viele Eltern und Verwandte wollen dem Nachwuchs zu Weihnachten langfristige Hilfe für die Zukunft schenken. Doch nicht alle Finanzprodukte sind dazu geeignet, sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart.
Stuttgart/Hamburg (dpa/gms) - Viele Eltern und Verwandte wollen dem Nachwuchs zu Weihnachten langfristige Hilfe für die Zukunft schenken. Doch nicht alle Finanzprodukte sind dazu geeignet, sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart.
In Frage kommen vor allem kurz- und mittelfristige Anlagen bis zu einem maximalen Sparzeitraum von 15 Jahren. «Vom Abschluss einer Kapitallebensversicherung würde ich zum Beispiel abraten», sagt Achim Tiffe vom unabhängigen Institut für Finanzdienstleistungen in Hamburg. «Da ist die Rendite zu schlecht.» Auch Finanzexperte Niels Nauhauser lehnt Renten-, Lebens- oder Ausbildungsversicherungen als Geschenke ab: In Frage kämen eher Sparbriefe, Bundeswertpapiere und Banksparpläne.
Bei allen drei Möglichkeiten liege das Geld für einen vertraglich fixierten Zeitraum fest und könne vor Ablauf nur mit Zinsverlust genutzt werden. Diese Anlagen eignen sich besonders dann, wenn zum Auszahlungstermin größere Ausgaben zu bewältigen sind, etwa für den Führerschein.
Ohnehin ist es wichtig, das Geldgeschenk nach den Bedürfnissen des Beschenkten zu richten. So sei ein Bargeldgeschenk zum Beispiel nicht sinnvoll, wenn es nicht an eine bestimmte Anschaffung gekoppelt ist, sagt Reiner Hardt vom Beratungsdienst Geld und Haushalt beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband in Berlin. Kinder lernten den Umgang mit Geld besser, wenn deutlich wird, wofür es gedacht ist.
Auch bei einer Anlage sollten Eltern erklären, warum sie sich dafür entschieden haben - etwa zur Finanzierung des Studiums, sagt Hardt. Das zeige dem Nachwuchs, dass für ihn etwas getan wird - und dann falle es ihm leichter, selbst etwas Gespartes dazu zu tun.
Eine Anlage mit festem Auszahlungstermin in der Zukunft sind auch die vergleichsweise neuen Zielsparfonds, bei denen das Management in den Jahren vor der Auszahlung das Geld in risikoärmere Anlagen umschichtet, sagt Tiffe. «Da muss ich mich selbst nicht kümmern.»
Wenn das Kind nach einiger Zeit die Beiträge für eine Anlage selbst übernehmen muss, kann die gute Absicht aber nach hinten losgehen. «Wenn ich nur einen Grundstock lege, setze ich das Kind für die Zukunft unter Druck», sagt Tiffe. Daher sollte entweder im Voraus gewährleistet sein, dass der Beschenkte die Beiträge später selbst tragen kann, oder es sollte eine kürzere Anlageform gewählt werden.
Einfach zu handhaben und sicher sind zum Beispiel die auf sieben Jahre verzinsten Bundeswertpapiere. Die Aufbewahrung bei der Bundeswertpapierverwaltung in Bad Homburg ist kostenlos und die Zinsen sind sicher. Für risikobereitere Anleger kommen Aktienfonds in Frage: Da sie mehr Rendite bringen als Renten- oder Immobilienfonds werden sie zu Beginn der Ansparphase in der privaten Altersvorsorge ohnehin empfohlen. Von Rentenfonds rät Niels Nauhauser dagegen ab: «Da wird die Rendite schnell von steigenden Zinsen geschmälert - denn in diesem Fall gibt es bei den enthaltenen Anleihen Kursverluste.»
Fondsanteile eignen sich nicht als Überraschung - ebenso wenig wie Bausparverträge. «Kinder wissen ja noch gar nicht, ob sie bauen wollen», sagt Nauhauser. Mit dem Bausparvertrag erwerben sie nach Ablauf der siebenjährigen Ansparphase das Recht auf ein Darlehen, das dann allerdings ungenutzt bliebe.
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