Suche:
Stichwörter:
Wednesday, 10. January 2007

Wie werd' ich meine Schulden los?

Kassel (dpa/gms) - «Kannst du mir mal zwei Euro leihen?» Mit solchen Fragen fängt es oft ganz harmlos an. «Tatsächlich sind zahlreiche Jugendliche im Rückstand», sagt Claudia Kurzbuch von der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung in Kassel.


Kassel (dpa/gms) - «Kannst du mir mal zwei Euro leihen?» Mit solchen Fragen fängt es oft ganz harmlos an. «Tatsächlich sind zahlreiche Jugendliche im Rückstand», sagt Claudia Kurzbuch von der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung in Kassel.

Da hilft es auch nichts, dass Minderjährige rein rechtlich gesehen gar keine Schulden haben können. Wer ständig bei anderen in der Kreide steht, muss frühzeitig handeln, sonst wird es schnell immer schlimmer.

Die Höhe der Schulden ist dabei nach Claudia Kurzbuchs Worten sehr unterschiedlich: «Einige haben sich nur 10 Euro bei einer Freundin geliehen, andere bekommen Handyrechnungen von bis zu 1000 Euro.» Doch ganz unabhängig davon, mit wie viel Geld man im Rückstand ist und bei wem: «Man muss die Situation als Warnung erkennen, um einen besseren Umgang mit Geld zu lernen.» Denn wer sich als Jugendlicher den Problemen nicht stellt, der habe als Erwachsener oft noch größere und höhere Schuldenberge.

 

Buchtipp: Endlich wieder schuldenfrei!

Auch Helga Springeneer vom Bundesverband der Verbraucherzentralen in Berlin warnt betroffene Jungs und Mädchen vor der vielleicht nahe liegenden Annahme, das Problem werde sich schon irgendwann von selbst lösen: «Die Probleme mit Schulden vervielfältigen sich bei vielen jungen Erwachsenen sprunghaft mit dem 18. Geburtstag.» Haben die Eltern zum Beispiel vorher auf ein Mobiltelefon mit festem Guthaben bestanden, legen sich viele 18-Jährige erstmal ein Vertragshandy zu - mit deutlich schwerer zu kalkulierenden Kosten.

«Wer dann noch ein Auto oder die Einrichtung für die erste eigene Wohnung kauft, kann sich schnell in der Schuldenfalle wiederfinden», sagt Juristin Helga Springeneer. Wenn dann noch Mahnungen ignoriert werden, werden bald Mahngebühren und Verzugszinsen fällig. Und im schlimmsten Fall können nicht bezahlte Schulden sogar bestehende oder zukünftige Arbeitsverhältnisse gefährden, heißt es auf «boesefalle.org», einer Beratungs-Webseite für junge Leute, die von der Stadt Frankfurt/Main unterhalten wird.

Doch was tun, um die Schulden in den Griff zu kriegen? «Als erstes ist es wichtig, die aktuellen Verpflichtungen abzubezahlen», sagt Claudia Kurzbuch. Abhängig von der Summe sei dabei zu überlegen, ob man das Geld auf einmal oder vielleicht besser in Raten zurückzahlt - sofern das möglich ist. Außerdem wird genau geklärt, wann welche Raten fällig sind, um Missverständnisse zu vermeiden und um das eigene Geld künftig besser einteilen zu können.

Auch wenn es schwerfällt: Ohne Hilfe von Erwachsenen funktioniert es in vielen Fällen nicht. «Jeder sollte gemeinsam mit den Eltern oder einer anderen Vertrauensperson nach einer Lösung suchen», rät Claudia Kurzbuch. Wenn sich ein hoher Schuldenberg aufgetürmt hat, ist es unter Umständen ohnehin die einzige Lösung, dass die Mutter oder der Vater die Summe vorstreckt - und dass man das Geld nach und nach an sie zurückzahlt.

Folge des Krisengesprächs mit den Eltern ist möglicherweise, dass diese bis auf weiteres das Taschengeld sperren. Dagegen sollte jedoch Einspruch erhoben werden, rät Helga Springeneer: «Für den Lerneffekt ist in diesen Fällen wichtig, dass die Jugendlichen das Geld weiter voll ausgezahlt bekommen und die jeweilige Schuldenrate aktiv an den Gläubiger weitergeben.» Das heißt: Nur wer täglich mit Geld umgehen muss, kann auch lernen, wie das funktioniert und neigt nicht wieder dazu, Schuldenberge aufzuhäufen.

Wer die Möglichkeit dazu hat, sollte auch weitere Hilfsangebote annehmen. So gibt es mittlerweile an vielen Schulen in Deutschland Geld-Projekte in Zusammenarbeit mit Schuldnerberatern, zum Beispiel in Berlin. Dabei soll Jungs und Mädchen Grundwissen rund um finanzielle Dinge vermittelt werden, heißt es bei der Senatsverwaltung der Hauptstadt: Was ist ein Dispo? Welche Folgen hat die Zinseszinsregelung für meine Schulden? Wie teuer ist eigentlich der Strom für eine Ein-Zimmer-Wohnung?

Klar ist, dass Jungs und Mädchen mit Finanzproblemen nicht auf jede weitere Anschaffung verzichten müssen. «Dennoch muss man schon früh lernen, dass man sich nicht immer alles leisten kann, was man gerne hätte», sagt Kurzbuch. Das fällt nach der Erfahrung der Diplom-Ökonomin vor allem den Jungen und Mädchen schwer, bei denen zu Hause nicht über Geld gesprochen wird - weil es die Eltern als Sorgenthema betrachten oder weil im Gegenteil genug davon da ist.


Weitere Finanztipps

Nutzen Sie unseren Autokredit-Vergleich und vergleichen Sie die Konditionen für einen Autokredit bei verschiedenen Banken. [mehr...]

Ein Wechsel ihrer wichtigsten Bankverbindung ist vielen Kunden zu mühsam. [mehr...]

Jeder hat sich vermutlich schon einmal über seine Bank geärgert – hohe Kontoführungsgebühr, unzureichende Kundenberatung, schlechter Service,.... Sollte Ihre Unzufriedenheit jedoch länger andauern, sollten Sie einen Bankwechsel in Erwägung ziehen. In unserem Girokonto Vergleich haben wir für Sie die wichtigsten Konditionen von verschiedenen Banken aufgeführt.

Zum Girokonto-Vergleich >> 

Der Tagesgeldkonto-Vergleich zeigt Ihnen, wo Sie die besten Zinsen auf Ihr Tagesgeldkonto bekommen und informiert Sie über die einzelnen Konditionen der Online-Direktbanken. [mehr...]

Mit der Wahl der richtigen Depotbank können Sparer mehrere Hundert Euro sparen. Je nach Anbieter fallen für Verwaltung und Wertpapierkäufe Gebühren in unterschiedlicher Höhe an. [mehr...]